Das trifft es so ziemlich genau. Als wir Against me! letzte Woche im Berliner Postbahnhof sahen, trafen wir auf eine strahlende Frau am Mikrofon. Als wir kurz vor Einlass zum Postbahnhof kamen, war nur eine handvoll Fans des Quartetts aus Florida anwesend. Ziemlich entspannt und pünktlich ging dann der Einlass vonstatten.Langsam aber stetig füllte sich der Raum. Als dann Tim Vantol die Bühne betratt und seine ersten Songs sang, herrschte bereits schon eine ausgesprochene freudige Stimmung. Das Publikum sang lautstark mit und Tim freute das offenbar sehr. Er spielte ein wunderbares Set und ließ sich am Ende noch ordentlich feiern, machte Fotos für seinen Vater, um ihn zu beweisen vor wievielen Menschen sein Sohn spielt und freute sich über “Zugaben”-Rufe. Diese musste allerding leider unerfüllt bleiben. Während der kurzen Umbaupause war die Anspannung im Raum kaum noch auszuhalten. Alle warteten gespannt auf Against Me!, alle warteten auf Laura Jane Grace.
Zu Beginn spielten Against Me! einige neue Songs vom kommenden Album “Transgender Dysphoria Blues”, ohne große Ansagen ging es danach einmal quer durch die gesamten Alben.
Auf der Bühne sahen wir eine ganze neue und stolze Person, eine Frau die mit ihrer Band Songs spielt, die seit Jahren Hits sind. Und wenn sie singt, ist es doch wieder so also würde dort Tom Gabel stehen, denn diese Stimme ist und bleibt unvergleichlich. Das hat die Band seit Jahren ausgemacht und man kann sich ein “Sink, Florida, Sink” doch auch kaum ohne Toms Stimme vorstellen. Für Laura wird es noch ein weiter Weg sein, bis sie sich endlich rumdum als Frau fühlt, aber sie gibt sich auf der Bühne schon ziemlich gut und wirkte so glücklich und zufrieden. Das sorgte auch dafür, dass wir uns untereinander immer wieder breit angrinsten mussten. Dabei dürfen ihre Mitmusiker natürlich nicht untergehen. Eine rundum symphatisch Band, die auch für jedes Mitsingen unsererseits dankbar schien. Der Schlagzeuger sorgte bei uns immer wieder für große Lache. Es schien, als würde er jedes einzelne Lied leben. Er machte Grimassen und Veränkungen der allerschönsten Art.
Nach 80 Minuten war das ganze Spektakel dann auch schon zu Ende. Die Band verabschiedete sich mit drei Zugaben und ließ eine mehr als zufriedene Masse zurück. Und auch wir waren mehr als begeistert von dem Konzert und wussten nicht viel zusagen.
Auch am Tag danach wusste ich, dass ich das Beste Konzert des Jahres gesehen hatte. Meine Knie schmerzten vom springen, ich war heiser vom vielen mitgröhlen und mein Ohr fiebte, dank des unglaublichen guten Againste Me!-Punkrocks, noch immer.
[...] Review gibt’s bei in-your-face.de, The Craze und lieblingstape.de. Die Lieblingstaperinnen haben auch Fotos von der Show. Die Setlist hat setlist.fm. [...]