Neben dem Lybe-Blog gibt es mit akkordarbeit den zweiten Blog, dem Lieblingstape sehr viel zu verdanken hat. Der erste Kontakt geschah recht unfreiwillig, denn ganz gleich in welchem Forum ich mich gerade rumtrieb – überall tauchte Frank auf und verlinkte Konzertberichte und Interviews zu seiner Seite.Nervig fand ich dieses Verhalten jedoch zu keinem Zeitpunkt.
Im Juni 2010 fragte er dann bei mir an, ob er eines meiner Fotos von der Beatsteaks-Show in Amsterdam für seinen Bericht haben könnte und somit setzte ich mich ein bisschen mehr mit seinem dem Blog auseinander. Und als dann der Tag gekommen war, an dem Lieblingstape das Licht der Welt erblickte, war Frank einer der ersten, die die Sache mit einem “Du bloggst jetzt auch? Find’ ich gut!”, kommentierten.
Wenn es Fragen gab, stand uns akkordarbeit immer helfend beiseite, deswegen, wollen wir euch diesen Blog nun auch noch ans Herz legen!
LT: Hey Frank, erinnerst du dich noch, wie du auf die Idee gekommen bist, zu bloggen? Seit wann gibt es deinen Blog?
Frank: Klar, ich hatte mit Blogs nicht viel am Hut, bis ich nach dem Abi statt des Wehrdienstes ein „Freiwilliges Soziales Jahr in der Kultur“ gemacht habe. Eine tolle Sache. So bin ich irgendwie in solche Social Media Geschichten reingerutscht, habe 2009 die re-publica besucht und gedacht, sowas muss ich auch machen. Ich habe mir ein Thema gesucht und akkordarbeit bei wordpress registriert. Also klassisches Trittbrettfahren, es gab nicht den einen Moment, in dem ich dachte, mein Zeug würde ganz anders werden als der große Rest.
LT: Führst du deinen Blog alleine oder bloggen unter dem gleichen Namen mehrere Menschen?
Frank: Nach einem Jahr akkordarbeit war irgendwie die Luft raus für das, was ich dort gemacht habe. Dann kam Martin (@nitramaniac) an und meinte: Hey, lass uns das zusammenmachen. Er hat der Seite die Optik verpasst, die sie auch heute noch hat, und ein paar Monate lang haben wir gemeinsam bei akkordarbeit geschrieben. Aber dann haben wir uns entschieden, dass es besser sei, wenn wir uns lieber in eigenen Projekten austoben. Das war die richtige Entscheidung. Denn danach sind wir bessere Freunde geworden denn je.
LT: Wie kam es, dass du deinen Blog akkordarbeit getauft hast?
Frank: Irgendeinen Namen braucht man doch, oder? Ich spiele ein paar Akkorde auf der Gitarre und stehe auf schlechte Wortspiele. Und viel mehr gibt es da auch gar nicht zu erklären. Was würdest du sagen, was macht deinen Blog aus? Puuh… Was für ein Musikblog vielleicht nicht alltäglich ist: Das Bemühen um korrekte Komma-Setzung!
Nee, im Ernst: Ich hoffe, dass es mir gelingt, meine persönliche Einstellung zur Musik zu formulieren und damit eben individuell zu sein. Ob das gelingt, weiß ich nicht. Insbesondere wenn man mit der gleichen Tourmeldung wie die anderen 58 Musikblogs auch um die Ecke kommt, schwant mir manchmal, dass es mit der Individualität meines Blogs doch nicht so weit her sein könnte. Aber das ist zumindest das Ziel: eine persönliche Meinung zur besprochenen Musik zu formulieren und nicht nur als Link-Schleuder alles hochzuschieben, was im Mail-Briefkasten landet. Natürlich kommt es aber auch häufig vor, dass man ein einzelnes Video oder Tourdaten ohne große Kommentare postet. Das ist dann… äh Service.
LT: Gibt es Dinge, die dir am Bloggen besonders viel Freude bereiten?
Frank: Rückmeldungen zu Besprechungen von Shows und Alben. Darüber freue ich mich sehr, auch weil es leider so selten vorkommt, dass sich LeserInnen dazu äußern. Kritisierende Kommentare oder Mails sind mir da genauso lieb wie zustimmende.
LT: Gibt es Dinge, die dich beim Bloggen nerven oder stören?
Frank: Ich bemühe mich eigentlich darum, alles, was mich stören könnte, zu vermeiden. Schließlich soll es kein Job sein, sondern mein Hobby, in das ich viel Herzblut und Zeit investiere. Mich stört höchstens, dass ich nicht all die Musik, die es verdient hätte, besprechen kann, weil ich dafür eine Vollzeit-Anstellung als Blogger bräuchte. Wo ich so drüber nachdenke, könnte ich höchstens hinzufügen, dass das ungefragte Ins-Verteiler-Aufnehmen mit fortschreitendem Bestehen der Seite schon nervt, weil ich E-Mails immer noch für das beste Kommunikationsmittel halte, um ein paar Aktionen im Blog einzubauen. Deshalb muss auch der Schrott erst mal gelesen werden, um ihn als Schrott zu erkennen. Aber was soll’s. Wo Licht ist, ist auch Schatten.
LT: Gibt es einen besonderen Moment oder ein besonders schönes Erlebnis, den bzw das du mit deinem Blog verbindest? Wenn ja, welchen/s?
Frank: In mir schlummert, wie vermutlich in vielen von euch auch, ein ziemlicher Fanboy. Leute wie Frank Turner oder Thomas Götz zu interviewen hat mir wirklich Spaß gemacht, auch wenn da relativ viel Arbeit dranhängt, um aus so einem Gespräch einen geilen – oder mindestens halbwegs interessanten – Text zu machen. Und generell kann ich nicht leugnen, dass es mich wirklich freut, wenn mir Menschen Mails mit Feedback jeder Art schreiben oder sich Bands an einen wenden, die anfragen, ob man sich ihre Musik anhören wolle.
LT: Last Words?
Frank: Danke für die Fragen und die Geduld. Keep lieblingstaping!
Das Interview führte: Arabell
