Alles begann am Mittwochabend, vergangene Woche: Die Berliner Punk-Rock Band ‚Beatsteaks‘ kündigten auf ihrer Website an, dass am darauf folgenden Tag, den 17.02. um 17 Uhr, der Vorverkauf für ein exklusives Club-Konzert in Potsdam starten würde. Da ich solch eine Aktion schon im vergangenen Jahr erleben durfte, war mir die Prozedur bekannt und so stellte ich mich am nächsten Tag schon um 12:30 Uhr vor eine der drei besagten Vorverkaufsstellen, der Koka36 in Berlin-Kreuzberg, wo auch schon einige Gleichgesinnte warteten. Im Gegensatz zu letztem Jahr, wo die Buletten vor 400 Leuten im Berliner Magnet-Club auftraten, verlief der Vorverkauf recht entspannt, was vielleicht auch daran lag, dass alleine der Koka36 600 Tickets zur Verfügung standen. Pünktlich ging der Verkauf los und für je 25,30 € konnte man sich höchstens zwei Tickets sichern.
Die Vorfreude auf das Konzert stieg und als der Tag endlich gekommen war, traf ich mich um 18:30 mit einigen Freunden in Berlin, um uns gemeinsam mit der S-Bahn auf den Weg in die brandenburgische Hauptstadt zu machen. Jedoch stellte sich dann das erste Problem des Abends heraus: Durch ein Missverständnis hatten wir plötzlich nur drei Tickets für vier Personen dabei. Der Rest befand sich im Auto einer Person, die erst zum Konzertbeginn anreisen konnte. So hatten wir noch eine halbe Ewigkeit Zeit und vertrieben uns diese hauptsächlich bei McDonalds.
In Potsdam angekommen, machten wir uns auf den Weg zum Lindenpark, wo man schon von Weiten die immer länger werdende, aus Menschen bestehende, Schlange ausmachen konnte. Der Einlass fand um 20:00 Uhr statt, ging jedoch nur langsam voran, da direkt hinter der Eingangstür ein Merchandise-Stand aufgebaut war, an dem, wie wir von außen beobachteten, die Massen natürlich nicht zügig vorbei gehen konnten. So waren zum Konzertbeginn um 21:00 Uhr immer noch nicht alle 900 Leute, inklusive uns, drinnen. Als die Person mit den fehlenden Tickets ankam und wir den Lindenpark betraten spielte die Vorband „DŸSE“ schon seit einigen Minuten. Wir sicherten uns am linken Bühnenrad einen Platz und lauschten der, nur mit Gitarre, Schlagzeug und Stimme ausgestatteten, experimentierfreudigen Noiserock Band. Bestehend aus zwei Typen, welche mit viel Humor und Spaß bei der Sache waren und dem Publikum mit ihren grotesken Texten ordentlich einheizten.
Nach einer kurzen Umbaupause wurde es allmählich enger und gegen 22:00 Uhr betraten die Beatsteaks jene Bühne, auf welcher sie zuletzt in den 90er Jahren standen und starteten das erste, reguläre zur Tour 2011 gehörige, Warm-up-Konzert gleichermaßen mit dem Opener des neuen Albums: ‚Fix it’. Die Beat-Buletten spielten dieses Mal vor ungewohnt kleinem Publikum, worüber sich die glücklichen Zuschauer sichtlich freuten. Ich stürzte mich in die tanzende, springende und singende Masse und landete sofort in der zweiten Reihe, wo es mich aber auch nicht lange hielt, sodass ich mich meistens irgendwo mittig, zwischen dritter und fünfter Reihe wieder fand. Die Wörter: ‚heiß‘ und ‚nass‘ würden das Geschehen am besten beschreiben. Bald tropfte der Schweiß sogar von der Decke. Es folgten Lieder wie z.B.: ‚Access Adrenalin’; ‚Jane became Insane“; ‚Hey du’; ‚Hail to the Freaks’ und auch ‚Demons Galore’. Die Setlist schien eine sehr gute Mischung aus Altem und Neuem Zeug zu sein. Auch ‚Automatic’ erwies sich als 1a Stimmungskracher, und damit hab ich auch schlussendlich meine ganzen Urteile über das neue Album: „Boombox“ über Bord geworfen, da es mich live einfach noch viel mehr überzeugt hat. Aber am meisten freuten sich die eingeschworenen Fans wohl trotzdem darüber, dass seltene Live-Lieder wie ‚A-Way’ (dessen Text Sänger Arnim u. a. ablesen musste) ‚Mietzi’s Song’ oder ‚Shiny Shoes’ zum Besten gegeben wurden. Generell war die Laune unschlagbar gut, nur musste ich mich mittlerweile immer öfters mit einem idiotischen Typen herumschlagen, wessen Ellenbogen die ganze Zeit in der Nähe meines Gesichtes hing und öfters mit meiner Nase kollidierte.
Nach ca. 1½ Stunden spürte ich ein taumeliges Gefühl und so gab ich mir noch ‚Frieda und die Bomben’ und verließ darauf den Moshpit, um mir an der Bar eine Cola zu organisieren, welche auch bitter nötig war, denn mir wurde langsam schlecht und schwindelig. Nach der Getränkezufuhr war ich wieder relativ fit und verbrachte die letzte halbe Stunde mit den anderen am Rand. Nach nur einer Zugabe beendeten die Beatsteaks um kurz vor zwölf ein fantastisches Konzert mit ‚Atomic Love’. Das Publikum forderte eine weitere Zugabe, was auch gar nicht abwegig schien, da es noch für eine Weile dunkel blieb. Als jedoch ein paar weitere Minuten verstrichen, wurde das Licht im Lindenpark angeschaltet und die Menge wirkte etwas enttäuscht vom abrupten Abbruch.
Im Endeffekt stellte sich heraus, dass, laut der Setlist, ‚Cheap Comments’; ‚Summer’ und ‚Let me in’ sogar als zweiten Zugabenblock eingeplant waren, jedoch gab es wohl zusätzlich einige technische Probleme, die dies verhinderten.
An und für sich bleiben die Beatsteaks in meinen Augen eine der besten deutschen Livebands und wieder einmal hat sich das lange Warten und Anstehen gelohnt. Meine Vorfreude auf die im März anlaufende große Tour, für die Arnim übrigens noch mal „Johnossi“ also Support für den zweiten Berlin-Gig bestätigte, ist jetzt noch größer. An folgenden Daten könnt Ihr sie nochmals in einigen deutschen Städten live erleben, sofern die entsprechenden Konzerte noch nicht ausverkauft sind:
02.03.2011Saarbrücken
09.03.2011Frankfurt
10.03.2011 Erfurt
12.03.2011 Ludwigsburg
14.03.2011 Münster
15.03.2011 Bremen
16.03.2011 Hannover
18.03.2011 Bamberg
19.03.2011 Dortmund
22.03.2011 Hamburg
24.03.2011 München
25.03.2011 Leipzig
26.03.2011 Bielefeld
10.06.2011 Berlin
11.06.2011 Berlin
02.07.2011 Dresden
Eileen
